Egal-isierung (Oder: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg)

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg…

Na, wie wirkt das auf euch? Dieser Buchtitel ist provozierend wie mantrisch zugleich, denn wer sich das einmal verinnerlicht hat, lebt deutlich leichter.

Kein „Was denken die anderen“ mehr, sondern ohne (oder mit weniger) schlechtes Gewissen DAS tun, was man WIRKLICH möchte und nicht mehr zu was man sich verpflichtet fühlt.

Energievampire wie „Freunde“ mit denen man sich nur noch aus Pflichtbewusstsein trifft, oder langweilige Klassentreffen, Gruppentreffen etc. zu denen man auch nicht geht, weil man das gerne will. Müssen, müssen, müssen…ja wer sagt denn, dass man muss, wenn man nicht will?

Ich habe es mir abgewöhnt (größtenteils) Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe, nur weil andere es erwarten. So kann ich getrost ein Treffen absagen und muss mir noch nicht mal eine Ausrede dafür einfallen lassen, denn ich sage einfach: „Tut mir leid, aber ich habe keine Lust“. Na gut, zugegeben, so 100% ehrlich kann man nicht immer zu jedem sein ohne dass der sich dann auf den Schlips getreten fühlt. Andererseits: Am Arsch vorbei!

Auch in der Arbeit mal „Nein“ sagen zu können, wenn der Kollege einem Arbeit aufdrücken will, obwohl man selbst schon genug zu tun hat. Oftmals sind die dann gar nicht so beleidigt, wie man zunächst befürchtet.

Treffen mit der Freundin, die man lange nicht gesehen hat, der man aber auch nicht wirklich sooo viel zu sagen hat? Nein! Am Arsch vorbei…

Familientreffen? Am Arsch vorbei! After-Work-Events? Am Arsch vorbei! Umzugshelfer? Am Arsch vorbei! Whatsapp-Gruppen? Am Arsch vorbei!  Ausgediente Hobbys? Am Arsch vorbei. Erbstücke, die uns eigentlich nicht gefallen? Am Arsch vorbei! Kleidung, die zwar teuer war, die uns aber nicht gefällt und wir sie nie anhaben? Am Arsch vorbei! Weg damit!

Außer natürlich ich habe wirklich Lust dazu und Spaß daran.

Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit „Egoismus“ zu tun, sondern einfach mit einem Maß an Selbstbestimmtheit und vorallem Verantwortung sich selbst gegenüber. Unsere Tage sind mit genug Verpflichtungen gespickt, sodass man  meiner Meinung nach in der restlichen Zeit Dinge tun, die man wirklich tun WILL. Das ist alles LEBENSZEIT, die man nicht vergeuden sollte.

Natürlich gibt es immer mal Situationen, in denen die Am-Arsch-vorbei-Einstellung nicht angebracht ist. Wenn ich keine Lust auf Opa Berts Beerdigung habe, sollte ich mich dennoch da sehen lassen. Und auch wenn man keine Lust auf den Actionfilm im Kino hat ist es manchmal gut für den Haussegen und die Beziehung das „aus Liebe“ zu tun, eben weil es dem Partner etwas bedeutet. Aber das muss man wirklich von Fall zu Fall und für sich persönlich entscheiden, wann man das für angebracht hält, oder wann man lieber „in den sauren Apfel beißt“.

Ich würde euch nur ans Herz legen: Tut nicht zu viel aus reinem Pflichtbewusstsein, denn es ist euer Leben, eure Lebenszeit, eure Energie! Haushaltet damit gut. ❤

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Endzeitstimmung (Oder: Wie will ich wirklich leben?)

Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf, die Vögel aber singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen Tagesablauf. Nur Du bist fortgegangen. Du bist nun frei, und unsere Tränen wünschen Dir Glück.

Vor zwei Wochen ist nun, 1 1/2 Jahre nach meinem Opa, auch meine Oma nach einer Krankheits-Odysee gestorben. Es war eigentlich ein Glück für sie, denn sie hätte ihr Leben wie sie es kannte und gewollt hätte nicht mehr leben können. Es war eine Erlösung, eine Befreiung und es blieb ihr eine Menge erspart. Deswegen, so blöd es klingt, war die Trauer doch eine andere.

Der Tod eines geliebten Menschen führt einem dennoch immer wieder vor Augen, dass unser Leben endlich ist. Dass wir nicht unendlich viel Zeit haben und schon gar kein zweites Leben im Koffer, dass wir auspacken können, wenn das erste zuende ist oder nicht mehr passt. Es ist nicht so, dass wir einfach so vor uns hin leben können und davon ausgehen, wir können alles auf „Irgendwann“ oder „Später“ verschieben.

Es macht nachdenklich, Das tut man viel zu selten. Wir leben jeden Tag unser Leben und halten uns mit Lapalien auf. Wir arbeiten zu viel, verbringen zu wenig Zeit mit den wirklich schönen Dingen, die uns erfüllen und Spaß machen. Das können wir ja „irgendwann“, in der Rente… Meine Großeltern hatten das Glück, dass sie lange gesund waren und somit lange, gemeinsam, ihre Rente genießen konnten. Sie hatte das Glück die Liebe ihres Lebens an ihrer Seite zu haben, Kinder auf die sie stolz waren. Sie haben viel Träume begraben und waren dennoch immer zufrieden. Sie hatten sich, und sie haben alle Widrigkeiten zusammen gemeistert. 60 Jahre Ehe sind doch eine stolze Zeit und darum beneide ich sie.

Ich bin mir sicher, mittlerweile auch den Mann meines Lebens an meiner Seite zu haben. Den, mit dem ich alt und grau werden möchte und mit dem ich noch unendlich viele Erinnerungen schaffen und in ihnen schwelgen möchte. Ich habe meine Großeltern hier als Vorbild. Ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben hatte, aber ich habe damals nach dem Tod meines Opas mit ihm „gesprochen“ und ihn um nur diese eine Sache gebeten. Nämlich dafür zu sorgen, dass ich exakt diesem Mann an meiner Seite haben darf. Aberglaube hin oder her, ich bin jedenfalls verdammt froh, dass es geklappt hat.

Und so saß ich auf der Beerdigung meiner Oma und habe sie um nur eine Sache gebeten:

Darum, dass ich ihn bis ans Ende meiner Tage an meiner Seite wissen darf und dass sie beide helfen sollen, uns auch mal durch schwierige Zeiten zu führen. Uns immer wieder zur Liebe zurück zu führen und daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist. Die Diamant-Hochzeit werden wir sicherlich nicht schaffen, aber wer weiß…vielleicht dürfen wir irgendwann die Goldene Hochzeit feiern.

Immer wieder auf das wirklich wichtige besinnen ist aber nicht nur die goldene Regel für eine Beziehung oder Ehe, sondern auch für das weitere Leben. Wir jammern sooft wegen unwichtigen Dingen – dem Kilo zuviel, dem zu kleinen Auto oder zu wenig Geld.  Aber ist das wirklich wichtig? Ist es das, was am Ende unserer Tage zählt? Blicken wir auf ein Leben zurück und sagen : „Es war toll, ich hatte einen dicken Porsche und eine Traumfigur! Aber so wirklich glücklich war ich nicht….“

Was am Ende wirklich zählt sind doch die Momente in denen wir zufrieden waren, die Momente in denen wir gelacht und geliebt haben. Abende mit Freunden, die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut, der Blick in die Augen des geliebten Menschen, Tränen lachen bis der Bauch weh tut, ein heißer Kaffee nach einem anstrengenden Tag. Oder etwas größer gedacht: Der Traumurlaub in den Bergen oder am Meer,  ein Konzertbesuch der das Herz berührt hat.

Das alles ist das, was zählt.

Also stellen wir uns die Frage: Lebe ich ein Leben von dem ich am Ende sagen kann „Ich war glücklich“ oder lebe ich ein Leben von dem ich denke, dass es so erwartet wird? Bin ich zufrieden oder könnte ich an der einen oder anderen Schraube etwas ändern? BIN ich so, wie ich wirklich sein möchte, oder bin ich viel zu oft zu verbissen, zu schlecht gelaunt und sehe alles viel zu eng?

Denkt man drüber nach…

Rezept: Joghurt-Amaranth-Pop (vegan, zuckerfrei)

Manchmal erinnert man sich wieder an Dinge, die man schon längst vergessen hat. So wie ich an mein „Vegan for fit“ Kochbuch von Attila Hildmann, dass seit 3 Jahren im Schrank liegt und ich seither nichts mehr daraus gemacht habe. Dabei waren wirklich leckere Sachen dabei.

Letztes Wochenende habe ich mich dann wieder „rangewagt“ und ein veganes Frühstück gezaubert. Ich bin kein Fan vom Agavensirup, ihr könnt diesen also frei gegen ein anderes Süßungsmittel eurer Wahl austauschen 🙂

Zutaten:

  • 60 Gramm Amarant (gepoppt)
  • 260 Gramm Sojajoghurt
  • 4 EL Agavendicksaft
  • 200 Gramm Himbeere
  • 1 Messersp. Vanille (gemahlen)
  • 10 Gramm Kokosflocken

Zubereitung:

Amaranth und Sojajoghurt mischen, mit 2 EL Agavendicksaft süßen. Himbeeren verlesen. 1 EL Agavendicksaft mit Vanille mischen und die Beeren darin marinieren. Kokosflocken in einer Pfanne ohne Fett ca. 3 Minuten anrösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Mit 1 EL Agavendicksaft süßen. Beeren mit dem Amaranth-Joghurt in Gläser schichten und mit gerösteten Kokosflocken toppen.

Durch den Amaranth ist es super sättigend und steckt voller Nährstoffe. Den Amarant könnt ihr übrigens auch super mit gepopptem Quinoa austauschen.

Fitness-Bakery: Vegane Brownies (zuckerfrei)

Seit Mitte Januar bin ich nun, größtenteils, zuckerfrei. Gelegentlich gönne ich mir mal eine Ausnahme oder auch mal  zwei, denn ich will mich damit nicht „knebeln“. Aber am Ende komme ich doch immer wieder „Zurück“, denn ich weiß, dass es mir einfach gut tut.

Deswegen probiere ich auch immer wieder Backrezepte aus, und die guten teile ich dann wie in diesem Fall mit euch. Ich liiiiebe Schokolade und ich liiiiebe Brownies und diese hier sind schön schokoladig, nicht zu süß, aber herrlich klebrig:

Zutaten

  • 200g Dinkelmehl
  • 80g Backkakao
  • 1/4 tl Natron
  • 50g Kokosblütenzucker oder Xylith
  • 100ml Kaffee
  • 150ml Mandelmilch
  • 150ml geschmacksneutrales Öl
  • Prise Salz
  • 100g dunkle Schokolade, grob gehackt
  • Topping: Macadamianüsse und Cashewmus

Zubereitung:

Ofen bei 18Grad vorheizen. Mehl und Backkakau in eine Schüssel geben und anschliueßend Natron Kokosblütenzucker und das Salz hinzugeben und gut miteinander vermischen. Anschließend Mandelmilch, Öl und den Kaffee hinzugeben und vermischen. Danach die Schokolade unterheben.

Nun in eine Form oder auf ein Backblech geben. Mit der Gabel das Cashewmus auftragen und ein paar Macadamias verteilen. Nun für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben. Sobald die Brownies fertig sind gut auskühlen lassen und dann erst schneiden.

Lasst es euch schmecken!

Zitronen-Chia-Muffins (Vegan, Zuckerfrei, Eifrei, Glutenfrei)

Seit Mitte Januar bin ich nun zuckerfrei und es fällt mir nach wie vor eigentlich relativ leicht. An zwei Ausnahmetagen habe ich gesündigt – einmal beim Essen gehen als ich mir Nachtisch gegönnt habe und einmal an einem Spieleabend als ich ein paar Gummibärchen gegessen habe. Ich muss allerdings sagen, dass zumindest das Nachtischbuffet keine Sünde wert war. So wirklich geschmeckt hat es dann nämlich nicht.

Meine heißgeliebte Schokolade gönne ich mir dann und wann mit Kokosblüten- statt normalem Zucker aus dem Bioladen und ansonsten backe ich ab und zu zuckerfreie Leckereien. Manches für die Tonne, manches wird richtig lecker. Die Zitronen-Chia-Muffins gehören zur leckeren Sorte und deswegen möchte ich das Rezept gerne mit euch teilen.

Zutaten (für 10-12 Stück)

  • 2 reife Bananen
  • 180 g Sojajogurt nature (Ich habe Hanfjoghurt genommen)
  • 75 ml Rapsöl
  • 2 EL Ahornsirup
  • 1 Zitrone (Saft und Schale)
  • 150 g Mehl
  • 80 g geriebene Nüsse
  • 2 EL Chia-Samen
  • 2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/4 TL gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Muffinsblech mit Papierförmchen auskleiden oder Silikonförmchen bereitstellen.

Die Banane in einer Schüssel verdrücken. Sojajogurt, Rapsöl und Ahornsirup hinzufügen und unterrühren. Zitronenschale abreiben, Saft auspressen und hinzufügen.
In einer zweiten Schüssel die trockenen Zutaten mischen. Die feuchten Zutaten mit dem Teilschaber oder Kochlöffel kurz unter die trockenen Zutaten heben.
Teig mit zwei Esslöffel oder einem Eiskugel-Portionierer auf die Muffinsförmchen verteilen.

Im vorheizten Backofen auf der mittleren Schiene für ca. 20 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Die Muffins sind ca. 2 Tage haltbar und lassen sich auch gut als süsser Vorrat einfrieren.

Guten Appetit!

Dämonenjagd (Oder: Auch das geht vorbei)

An manchen Tagen kann ich nichts dagegen tun: Mich überrollt eine Traurigkeit, Schwermütigkeit scheinbar völlig ohne Grund. Das sind die Tage an denen ich irgendwo zwischen dem Wissen bin, dass es unnötig ist und dem Gefühl, jeden Moment in Tränen auszubrechen. Die Tage, an denen ich noch etwas mehr „Sicherheit“ und Bestätigung brauche, etwas mehr „Verbundenheit“ als sonst. Einmal mehr in den Arm genommen werden, einmal mehr hören müssen, dass alles in Ordnung ist.

Das sind die Tage, an denen ich mit mir selbst überfordert bin. Die, an denen sich auch die Ängste und Unsicherheiten an die Oberfläche kämpfen, wenn ich es zulasse. Ängste vor dem Verlust, vor negativer Veränderung, Nachlassen, vor Verletzungen…basierend aus alten Erfahrungen, Unsicherheiten.

Das mag auch ein Stück weit mit der Hochsensibilität (Wie Hochsensible Regen hören (Oder: Stell dich nicht so an!)) zusammen hängen. Damit,  zwischen den Zeilen zu lesen und zu spüren. Unbewusste Veränderungen, Schwingungen wahrzunehmen, die Andere aussenden – auch wenn sie noch so bedeutungslos sind. Auch wenn ich weiß, dass es diesmal perfekt ist, ich bedingungslos vertrauen kann, mich fallen lassen, los lassen, ohne jemals Angst haben zu müssen.

Reden….ich sollte reden in den Momenten. Aber sooft ich es mir vornehme, am Ende sage ich doch nichts. Weil ich weiß, dass es vorüber geht. Weil ich weiß, dass es irrational und unbegründet ist. Weil ich mich selbst dann schon anstrengend genug finde. Weil auch hier eine Erfahrung sagt, dass es bisher auf Unverständnis gestoßen ist und die Angst, damit etwas kaputt zu machen.

Dabei wären es grade diese „intensiven“ Gespräche, die vermutlich helfen würden. Denn in ihnen würde sich – wie sooft geschehen, wenn ich es wirklich zur Sprache bringe – die Auflösung der Gedanken finden. Die Bestätigung, das Quentchen mehr an Liebe und Verbundenheit, das es an diesen Tagen braucht.

Aber das ist einer der Dämonen, die ich mit mir rumtrage. Einer der inneren Kämpfe, die ich gelegentlich austrage. An denen ich wachsen, von denen ich lernen muss. Vielleicht aber auch lernen, dass ich bei dem Kampf nicht alleine bin.

Der härteste Kampf, den wir auszutragen haben ist der, gegen uns selber.

Wo treiben sie uns hin, unsere inneren Dämonen? Was machen sie mit uns?

Sie treiben uns zur Verzweiflung, pflanzen Gedanken in unseren Kopf, die mit Hilfe der nährenden schlechten Erfahrung und dem Gefühl von Schwäche zu einem riesigen Hirngespinst werden. Zu eine Monster, das Schmerz verursacht. Tränen. Verzweiflung. Ohnmacht. Dabei ist es nicht unbedingt die Realität, die uns so quält, sondern unsere Gedanken darüber.

Wir erschaffen eine Realität. Unsere Realität. Wir leiden. Real.

(C) Jennifer Alva November 14

Wechselbad (Oder: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu)

Das Leben ist manchmal seltsam. Wie Wirklichkeiten sich verschieben, Menschen und Situationen sich verändern. Wie gute Freunde zu Fremden werden, Menschen mit denen man alles geteilt hat, nicht mehr an unserem Leben teilnehmen.

Nicht immer weil sie nicht mehr Teil unseres Lebens sind, sondern vielmehr, weil wir sie nicht mehr teilhaben lassen wollen an unserem Innersten.

Weil wir uns abschirmen vor negativer Ausstrahlung, vor falschem Interesse, das vielmehr Sensationslust ist.

Ich denke sogar, dass einige negative Erlebnisse von anderen aufsaugen wie ein Schwamm, nur um selbst besser da zu stehen. Andersherum aber auch ihr eigenes Leid in den Vordergrund stellen um damit zu „prahlen“ dass ihr eigenes immer viel schlimmer war oder ist.

Es kostet sehr viel Kraft mit dieser Art Mensch zu agieren, man muss gefestigt sein und sich immer wieder zurückziehen um nicht allzu sehr getriggert zu werden. Es ist anstrengend, wenn sich Interesse nicht „echt“ anfühlt und die Frage „wie geht’s dir“ nur darauf abzielt zu erfahren ob es einem selbst besser geht.

Ich versuche immer wieder herauszufinden, was ich daraus lernen soll, was mir das Verhalten zeigen soll, aber noch habe ich es nicht rausgefunden.

Ich versuche mich diesem Jammertal der Gesellschaft zu entziehen. Die Welt ist böse. Die Welt ist schlecht. Die Menschen Leben von Wochenende zu Wochenende. Jammern montags wie lang die Woche noch ist und zählen die Stunden bis zum Wochenende. Freitags ist man froh, dass die Woche endlich vorbei ist. Sonntags jammert man wegen Montag. Zukunft, Vergangenheit…Kaum jemand schätzt den MOMENT.

Im Radio Nachrichten von Kriegen, Unfällen und Bränden. Mord und Totschlag überall. Politiker, Sportler, Vorbilder – alle Lügen und betrügen. Wem überhaupt noch trauen. Wieso überhaupt noch vor die Tür gehen. Die Welt ist gefährlich.

Kein Wunder also, dass die Menschen immer negativer werden, immer angstgetriebener. Je mehr man diese negativen Wellen und Gedanken konsumiert, desto mehr verändert sich unsere Haltung dahingehend, und desto mehr nehmen wir das Negative wahr und ziehen das Negative an.

Die Vergangenheit ändert sich nicht wenn man im Selbstmitleid versinkt – es ändert nur die Zukunft und das nicht zum Positiven. Erfahrungen braucht man um daran zu wachsen, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Keine Trotzreaktion und ein totales Ablehnen, sondern Lernen. Verbessern.

Ich bin dankbar für diese Erkenntnis und für diese Lehre, aber genauso traurig macht es mich, wenn Menschen um mich herum sich versperren, ablehnen…Veränderung ist unbequem, etwas Neues macht Angst. Deswegen bleiben sie lieber in den aktuellen Bahnen, schauen nicht rechts und links – könnte es doch unbequem werden. Jammern ist einfacher. Jammern und das Offensichtliche ablehnen. Ablehnen, zu erkennen dass sie unglücklich sind, dass ihr jetziger Weg sie so nicht glücklich macht. Sie werden verbissen, hart…und am Ende wohl einsam.

Aber wir können sie nicht retten…ich kann es nicht, und es ist nicht meine Aufgabe. Es ist vielleicht nötig, diese Menschen früher oder später ziehen zu lassen, um am Ende nicht zu viel Energie zu verlieren, die uns eigentlich selbst weiterbringen würde.

Wir entwickeln uns…wir entwickeln uns auch manchmal auseinander und es ist nicht immer leicht das zu erkennen geschweige denn zu handeln. Wie der andere sich vor Veränderung fürchtet, haben wir Angst vor dem endgültigen Schritt. Vor dem Schritt, von dem wir in unserem Inneren schon lang wissen, dass wir ihn tun sollten.

Der Schritt weg von dem was uns schon lang nicht mehr gut tut.

Uns und unsere Bedürfnisse bejahend. Ein Schritt näher zu uns.

(Aus meinem Buch: Weisheit zum Löffeln )