Selbstversuch: Intervallfasten oder (Das böse Wort mit E)

Intermittierendes Fasten oder auch Intervallfasten genannt ist momentan in aller Munde (Oder eben nicht).
Die gängigste Methode ist die 16:8-Methode, das heißt man fastet für 16 Stunden und hat ein 8 Stunden-Zeitfenster um zu essen. In der Zeit sollte man natürlich nicht wahllos alles in sich reinstopfen.

Die 16 Stunden Fastenzeit sollen dem Körper die sogenannte „Autophagie“ erleichtern und ermöglichen.

Autophagie ist so etwas wie die Müllabfuhr in unserem Körper, die schlechte Zellen entfernt und durch gute ersetzt.
Sie spielt in unserem Körper eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Viren und Bakterien und nimmt eine gesonderte Rolle im Alterungsprozess ein.

Durch die ohne Fastenphase hohe Mahlzeitenfrequenz wird der Insulinspiegel immer wieder erhöht und befindet sich schließlich auf einem durchgängig hohen Niveau. Mit einem erhöhten Insulinspiegel kann die Autophagie nicht ordnungsgemäß ablaufen. Insulin ist ein stark anaboles Hormon ist, das dem Körper signalisiert, genügend Energiereserven zu haben.

Dadurch kommen die abbaudenden Prozesse im Körper zu kurz und die Zellreinigung wird gehemmt.

Positive Effekte, die sich aus dem Intervallfasten ergeben sollen sind z.B.:

  • Gewichtsabnahme
  • Verbesserung der Zuckerwerte bis hin zur „Heilung“ von Diabetes
  • Verbesserung von Arthroseschmerzen und anderen Entzündungen im Körper
  • Steigerung des Energielevels und besserer Schlaf
  • u.v.m.

Auch in Sendungen wie die ERNÄHRUNGSDOCS auf WDR wird das Intervallfasten immer wieder eingesetzt, wie z.B: bei Kniearthrose.

Nun muss ich dazu sagen, dass ESSPAUSE ein UNWORT für mich ist. Wenn ich Hunger habe werde ich extrem unleidlich. Deshalb will weder ich, noch mich umgebende Personen es soweit kommen lassen, was dazu führt, dass ich tagsüber immer wieder esse. Ein knurrender Magen wird sofort besänftigt, bevor es zu einer Gefahrensituation kommt 😉

Getreu dem Motto „Ein knurrender Magen bringt dich nicht um“ (Aber vielleicht andere????) habe ich das IV schonmal ausprobiert aber mangels „positiver Effekte“ dann doch wieder seingelassen.

Nachdem ich nun aber etwas Probleme mit der Hüfte habe, dachte ich mir, dass ich es nochmal versuche. Vielleicht wird es Liebe auf den 2. Blick? Und irgendwie ist die Vorstellung, dass der Körper sich ordentlich „reinigen“ kann, weil er nicht mit verdauen beschäftigt ja verlockend. Und wenn man dabei noch in den „Jungbrunnen“ fällt und der Alterungsprozess verlangsamt wird – ja was will man denn mehr?

Deswegen gebe ich dem Ganzen jetzt einfach nochmal eine Chance und starte am 15.10. mit dem Selbstexperiment ESSPAUSE:

Tag 1-3:
Ich habe HUNGER! Am 1. Tag erst so gegen 9 Uhr, am 2. Tag schon seit dem Aufstehen.
Irgendwann bin ich über den Punkt „drüber“ und halte es gut bis 11 oder 12 Uhr aus – auch ohne meine Kollegen ernsthaft zu verletzen.

Was ich beim letzten Mal IF nicht beobachtet habe aber grade recht auffällig ist:
Ich fühle mich BLITZWACH im Vergleich zu sonst. Ich kann es schwierig beschreiben, aber es fühlt sich an als wären meine Gedanken und mein Blick klarer, die sonst durch den Müdigkeitsschleier getrübt sind.
Beim Aufstehen merke ich davon noch nichts, bin nach wie vor sehr müde, aber im Laufe des Vormittags fühle ich mich topfit. Wenn das anhalten würde wäre es natürlich der Hammer.

Tag 4-7
Man sagt, dass nach 2 Wochen der ständige Hunger nachlässt – na ich bin gespannt.
Die Verlockung ist groß, doch früher was zu essen. Denn ich habe HUNGER! Spätestens ab halb neun/neun knurrt mein Magen wie wild und ich muss mich wirklich zusammenreißen um nicht doch etwas zu essen.

Ich versuche mich mit viel Tee und mit Kaffee zumindest bis 11 über Wasser zu halten und „falle“ dann regelrecht über mein Frühstück oder was es sonst gibt her. Dass das nach 2 Wochen besser werden soll, kann ich gar nicht glauben.

Was beim ersten IF-Versuch noch nicht der Fall war: Ich habe ein bisschen abgenommen.
Das war jetzt eigentlich nicht mein Ziel, aber man will sich ja nicht beklagen.

Das Wachheitsgefühl hält an – allerdings bin ich Abends genauso wach 😉
Ich brauche ewig bis ich müde bin und schlafe auch schlecht durch. Das kann aber auch noch andere, hormonelle Gründe haben.

Aber: KALT, mir ist Vormittags wirklich sehr sehr kalt. Ich trinke zwar fleißig meinen Tee, aber werde nicht warm. Das kenne ich schon von den normalen Phasen in denen ich Hunger habe und „Unterzuckert“ bin. Ich bin gespannt ob sich das noch verändert.

Fazit der ersten Woche:
Es geht mir meistens gut – wenn ich nicht grade friere oder Hunger habe bis zum Anschlag. Ich bin begeistert von der ungeahnten Wachheit. Ich bleibe dran und bin gespannt was sich ändert.

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Werbung: Produkttest Dermalogica BioLumin-C

Ich habe das Glück wieder an einem wunderbaren Produkttest teilnehmen zu dürfen: diesmal darf ich das Serum BioLumin-C der Firma Dermalogica testen. Hierbei handelt es sich um ein

Serum das einen äußerst stabilen Vitamin C-Komplex mit neuartiger Biotechnologie kombiniert um in die tieferen Hautschichten zu kommen und dort Fältchen zu mindern und den Teint ebenmäßiger und strahlender aussehen zu lassen.

Vitamin C ist ein echtes Anti-Aging-Wunder, das das hauseigene Entgiftungssystem stärkt. Es ist nicht nur für den Körper wichtig um das Immunsystem zu unterstützen sondern eben auch für eine strahlende Haut.

Der erste Eindruck

Im Paket befindet sich:

  • 1x Dermalogica BioLumin-C Serum (30ml, UVP 89€)
  • 1x Dermalogica BioLumin-C Serum Probe (3ml) zur Weitergabe an Freunde
  • 2x Produktflyer BioLumin-C Serum

Die Verpackung macht einen hochwertigen Eindruck und verspricht ein ebenfalls hochwertiges Produkt, das in einer hygienischen Flasche mit Pipette daherkommt. Das finde ich zum Beispiel sehr praktisch, denn man muss weder mit den Fingern in eine Dose in die man dann Bakterien bringt, noch mit einem Spachtel hantieren.

Das Produkt ist leicht gelblich und riecht angenehm. Es lässt sich angenehm auftragen, zieht schnell ein und klebt nicht. Es bleibt ein angenehmes Gefühl auf der Haut.

Nach der ersten Anwendung bin ich bin gespannt wie ich es vertrage und welche Wirkung es hat. Mehr dazu erfahrt ihr dann auf meiner Facebook-Seite

#bylmeetsdermalogica, @brandsyoulove.de @dermalogica_deutschland.de

Rezept: Gefüllte Süßkartoffel (Vegetarisch)

Ich liiiebe Pilze sammeln.

Letztes Jahr hat mich eine liebe Freundin wieder infiziert, denn ich war als Kind bereits mit meinen Eltern jedes Wochenende „In den Schwammerln“, hatte es aber zwischenzeitlich schlichtweg „vergessen“.

Vergangenes Jahr hat Katja mich dann bei den Pferde immer wieder in den Wald „verschleppt“ und mich wieder mit dem Pilzfieber angesteckt und mit einige neue Sorten gezeigt.

Leider ist dieses Jahr die Pilzausbeute auf Grund des warmen Traumsommers eher spärlich ausgefallen und wir haben in fast 2 Stunden nicht mal genug für eine Mahlzeit gesammelt. Im Gegensatz dazu waren letztes Jahr nach einer Stunde schon 2 Körbe voll. Ein wahres Traumjahr für alle Pilzsammler.

Nichtsdestotrotz wurden die paar Pilze zusammen mit zugekauften zu einem leckeren Rezept „verwurstet“:

Zutaten für 2 Personen

  • 2 Süßkartoffeln
  • Salz
  • 300 g Pilze (Champignons, Steinpilze, Pfifferlinge)
  • 1 halbe Dose Kidneybohnen
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Saure Sahne
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 EL Balsamico

Zubereitung

  • Ofen auf 200 Grad vorheizen
  • Öl und Salz in eine Schüssel geben und die Kartoffeln damit einreiben.
  • Die Süßkartoffeln nun im Backofen ca. 40 Minuten backen.
  • Währenddessen die Pilze putzen und vierteln. Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden.
  • Pilze und Zwiebeln in einer Pfanne mit Butter, Salz und Pfeffer anbraten.
  • Kidneybohnen abgießen und zu den Pilzen in die Pfanne geben.
  • Essig und Honig dazugeben und die Flüssigkeit gut einkochen lassen.
  • Nun die Saure Sahne mit dem Zitronensaft, Salz und Peffer verrühren. Mit Kräutern würzen.
  • Die Süßkartoffel aus dem Ofen holen, längs aufschneiden und mit der Pilzmischung füllen.
  • Mit Salz und Pfeffer würzen und mit der sauren Sahne servieren.

Tipp: ich habe statt der sauren Sahne Ziegenkäse genommen, da ich keine Kuhmilchprodukte esse.

Zufallsgenerator (Oder: Von Vertrauen und Geduld)

Trust…

Jetzt steht es seit 3 Monaten als permanente Erinnerung auf meinem Arm und noch immer macht es mir Probleme. Einfach darauf vertrauen, dass alles sich fügt wie es kommen soll. Dass man nicht über alles zu sehr nachdenken sollte/muss, da es zum Einen eh immer anders kommt und sich zum Andere meistens auch ohne Zutun fügt. Alles was man braucht und was sein soll kommt zum richtigen Zeitpunkt zu einem.

Das war schon mehrfach so und das wird hoffentlich auch diesmal so sein.

Würde… Ja würden sich manche Gedanken nicht ins Gehirn brennen, aufdrängen. Würde man nicht immer von „Außen“ darauf hingestoßen werden.

Wäre…Ja wäre die Geduld größer um einfach mal abzuwarten und geschehen zu lassen.

Ich gebe zu: Geduld ist nicht grade meine Stärke. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich mich auf etwas freue oder etwas großartiges ansteht kann es mir nicht schnell genug gehen. Oder wenn ich mir etwas von Herzen wünsche.

Ich will es jetzt….sofort…oder zumindest in sehr absehbarer Zeit. Ja, und ich hasse es zu warten! Es heißt zwar, dass Vorfreude bekanntlich die schönste ich Freude ist, aber….ich würde mich auch jetzt gleich freuen wollen 😉

„… ich will jetzt und jetzt und jetzt und jetzt….ich will jede Menge jetzt und ich will es bis ich alt und grau bin!“ (Aus „Aimeé und Jaguar“)

Manchmal steht dem die Vernunft gebenüber, manchmal das Timing, manchmal aber die „Willkür“ anderer. Wir können nicht immer alles steuern, lenken, beschleunigen und das ist manchmal frustrierend.

Auf der anderen Seite aber ist es auch gut, denn was passiert wenn wir immer alles jetzt kriegen, immer alles sofort umgesetzt wird? Ist das nicht langweilig? Ist man dann wirklich glücklicher, zufriedener oder kommt dann nur der nächste Herzenswunsch?

Es ist nur so schrecklich schwierig Geduld  zu haben, wenn das Umfeld augenscheinlich schneller vorankommt als man selbst.

Allerdings ist das Problem aber tatsächlich, dass man je ungeduldiger man ist auch umso unzufriedener wird.

Ich möchte euch mal ein Beispiel geben wo es mir so ging:

Als ich vor einiger Zeit endlich die Liebe meines Lebens an meiner Seite wissen durfte was alles perfekt. Bis auf eine Sache: Wir waren (natürlich) in getrennten Wohnungen. Ich in meiner und er mit seinem Sohn im Haus der Eltern. Nach einiger Überlegung und der Feststellung, dass es Unsinn ist eine gemeinsame Wohnung zu Dritt zu nehmen, da a) zu teuer und b) ein Grundstück für einen Hausbau vorhanden ist haben wir bzw. er beschlossen das Thema Hausbau schneller als geplant in Angriff zu nehmen.

Wir stürzten uns also voller Vorfreude in das Projekt „Hausbau“. Es konnte mir gar nicht schnell genug gehen, denn das Haus hieß gleichzeitig „endlich“ zusammen wohnen und ein gemeinsames Leben führen zu können. Natürlich ging es mir nicht schnell genug und je mehr ich darüber nachdachte wie lange es dauert – grade nach den ersten Termine und den Prognosen bis wann das Haus dann stehnen würde –  desto trauriger und unzufriedener wurde ich. Logisch betrachtet ging es eben nicht schneller, aber die Aussicht das gemeinsame Leben erst in über 2 Jahren leben zu können war für mich unvorstellbar.

Einige quälende Wochen später hat das Schicksal dann zugeschlagen: Riesiger Wasserschaden in meiner Wohnung! Um dem etwas positives abzugewinnen: Ich konnte vorübergehend zu meinem Partner ziehen. (JUHU!). Ich hoffte insgeheim, dass es sehr sehr lange dauern würde, bis die Trocknungsgeräte wieder abgebaut werden. Denn je länger sie liefen, je länger konnte ich dort bleiben. Nach 2 Wochen waren die Wände trocken und ich wieder traurig. Sehr traurig sogar.

Ein weiteres Ereignis später, ich hatte Stress mit der Vermieterin, erzählte das beim Abendessen und meine Schwiegermutter in spe meinte ich soll mir doch das Geld für die Miete sparen und ins Haus investieren – kündigte ich die Wohnung und zog vor ein paar Wochen dann bis das Haus steht bei meinem Partner ein.

Soll sagen: In der Übergangszeit habe ich mir schrecklich viele Gedanken gemacht, war oft sehr traurig, unzufrieden und habe mich davon wirklich runterziehen lassen. Hätte ich, und das ist leichter gesagt als getan, einfach darauf vertraut, dass alles seinen Weg gehen wird hätte ich mir viele Tränen und Stunden mit schlechter Laune ersparen können.

Es ist im Grunde genommen also wesentlich entspannter zu vertrauen und sich zurückzulehnen, als mit aller Macht seinen Wunsch durchsetzen zu wollen oder zuviel darüber nachzudenken.

Am Ende kommt es eh anders – und manchmal sogar besser als gedacht.

Und ja, aktuell gibt es wieder einige Themen, die ich gerne schneller vorantreiben würde… Und nein, das mit dem Vertrauen und der Geduld gelingt mir trotzdem nicht immer und nicht so leicht. Es gibt immer Momente in denen ich am liebsten die Zeit nach vorne drehen würde.

Aber…..ja aber…..

Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht die Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment. ~ Buddha ~ 

Hirnverbrannt (Oder: Wieso die Hitze nicht unser wirkliches Problem ist)

Um was geht es diesmal? Sonnenschutz? Kopfbedeckungen? Meinen könnte man es bei den sommerlichen Temperaturen.

Nein, diesmal geht es in dem Blogbeitrag nicht um Sport oder Ernährung. Auch um „Gefühle“ geht es nur bedingt. Aber es liegt mir am Herzen mit dem Beitrag ein Zeichen zu setzen, aufzurütteln:

Eine Facebook-Seite auf der ein Bild gezeigt wird auf dem ein Strand zu sehen ist. Schönster Sonnenschein und mittendrin zwei größere Gruppen vermutlich türkischer Herkunft. Die Bildüberschrift lautet „Eigentlich ein sehr schöner Tag an der Nordsee, bis auf diesen Ausblick.“

Ich musste mehrfach hinschauen aber habe das „Gräuel“, das das Bild zeigt nicht erkennen können. Darunter einige Hasskommentare wie “ Und an so einem Anblick sollen wir uns gewöhnen ,Nein Danke ich nicht, Leute wählt die AfD damit wir wieder sicher in unserer Heimat wieder friedlich Leben können. Wir Frauen und Kinder ohne Angst zuhaben auf die Straße gehen können.“ oder „Rumsitzen mit 10 Kindern und Geld kassieren….Deutsche arbeiten für das Gesindel…..!!!!!“

Ich bin wirklich schockiert. Ist das deren ernst? Und damit meine ich nicht die Gruppen, die FRIEDLICH am Strand sitzen und den Sommertrag genießen, sondern die „Hater“ mit ihren hirnlosen Kommentaren.

Die selbe Seite zeigt diverse Newsmeldungen und Schlagzeilen aus dem Tagesgeschehen mit reißerischen Headlines, die Beiträge drehen sich natürlich um sämtliche Verbrechen, die vom „den Flüchtlingen“ begangen wurden. Die Meisten Kommentare schüren die Grundstimmung dieser Seiten: Alle müssen wieder raus und die Regierung richtet Deutschland zu Grunde. Wir müssen alle Angst um Leib und Leben haben und man muss zur Not zur Selbstjustiz greifen.

Ich finde es wirklich erschreckend wie viele auf den Zug aufspringen und einfach mal pauschalisieren. Klar, es gibt solche und solche, aber die gibt es von „Uns Deutschen“ auch. Genug Frauen werden geschlagen, ermordet, genug Kinder missbraucht etc. Und das von „UNS“.

Was ist los mit vielen Menschen da draußen? Haben sie unsere Geschichte schon vergessen? Haben sie vergessen, dass auch Deutsche noch vor wenigen Jahrzehnten auf der Flucht waren – froh, wenn sie irgendwo aufgenommen wurden? Haben sie vergessen, wie viele Menschen anderer Nationen uns Deutsche aus dem schwarzen Nachkriegsloch gezogen haben, uns geholfen, wieder Vertrauen geschenkt haben – auf dass sich unsere Geschichte nicht wiederholt?

Es ist keine „Leistung“ im reichen Deutschland oder Europa geboren zu werden. In dem Sozialversicherungssysteme uns im Notfall auffangen (leider auch nicht alle, wenn man sich die ganzen Obdachlosen anschaut). In einem Land, in dem Menschen eine Perspektive für die Zukunft haben! Es ist kein Verdienst, den es zu verteidigen gibt sondern einfach nur „Glück“.

Natürlich ist es für die Städte und Gemeinden schwierig, mit den Flüchtlingsströmen fertigzuwerden. Natürlich gibt es Probleme, wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft wochen- und monatelang ohne Beschäftigung auf engstem Raum zusammengepfercht werden. Solche Szenen wie an Silvester in Köln 2015/2016 machen Angst, ja. Es ist nicht akzeptabel und muss bestraft werden, ja. Aber diese Stammtischparolen wie „Asylbewerber kriegen mehr als Deutsche“ Die Meisten sind gar keine echten Flüchtlinge“ etc. werden meistens ohne drüber nachzudenken mitgeschmettert. Irgendwo aufgeschnappt, macht Sinn und passt zur Stimmung und weiterverbreiten.

Es gibt diverse Websites im Netz, die damit aufräumen wie z.B.: https://www.proasyl.de/thema/rassismus/fakten-gegen-vorurteile/

Deutschland ist dann arm, wenn die, die die Parolen verbreiten irgendwann die Oberhand gewinnen. Es gibt leider mehr „Dumme“ die gerne auf den Zug aufspringen als Menschen, die hinterfragen. Ist auch bequemer. Ich glaube dass das jedem schon passiert ist, mich eingeschlossen, dass man im ersten Moment auch „mitpoltert“, dann aber selbst merkt, was für Quatsch das ist.

Das sind die Selben, die das Reichsbürgergequatsche wiederholen ohne darüber nachzudenken wie z.B:

  • BRD ist eine GmbH, kein Staat
  • der Personalausweis mache Menschen zu Personen
  • „deutsch“ sei keine Staatsangehörigkeit, „british“ aber schon?
  • etc.

Leute, schaltet euer Hirn ein – BITTE!

Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen das Hirn einschalten und sich nicht von der Medien- und Massenhetze anstecken lassen sondern sich ihre eigene Meinung bilden, Herz und Mitgefühl zeigen. Einfach mal darüber nachdenken, was wäre wenn: Was würde ich tun, wenn meine Familie hungert? Wenn die Gefahr bestünde, dass mein Sohn bei der IS kämpfen muss? Wenn ich schon hätte miterleben müssen, wie Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn entführt, vergewaltigt oder getötet wurden? Würde ich ruhig sitzenbleiben und abwarten? Ich glaube nicht.

#bloggerfuerfluechtlinge

 

Egal-isierung (Oder: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg)

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg…

Na, wie wirkt das auf euch? Dieser Buchtitel ist provozierend wie mantrisch zugleich, denn wer sich das einmal verinnerlicht hat, lebt deutlich leichter.

Kein „Was denken die anderen“ mehr, sondern ohne (oder mit weniger) schlechtes Gewissen DAS tun, was man WIRKLICH möchte und nicht mehr zu was man sich verpflichtet fühlt.

Energievampire wie „Freunde“ mit denen man sich nur noch aus Pflichtbewusstsein trifft, oder langweilige Klassentreffen, Gruppentreffen etc. zu denen man auch nicht geht, weil man das gerne will. Müssen, müssen, müssen…ja wer sagt denn, dass man muss, wenn man nicht will?

Ich habe es mir abgewöhnt (größtenteils) Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe, nur weil andere es erwarten. So kann ich getrost ein Treffen absagen und muss mir noch nicht mal eine Ausrede dafür einfallen lassen, denn ich sage einfach: „Tut mir leid, aber ich habe keine Lust“. Na gut, zugegeben, so 100% ehrlich kann man nicht immer zu jedem sein ohne dass der sich dann auf den Schlips getreten fühlt. Andererseits: Am Arsch vorbei!

Auch in der Arbeit mal „Nein“ sagen zu können, wenn der Kollege einem Arbeit aufdrücken will, obwohl man selbst schon genug zu tun hat. Oftmals sind die dann gar nicht so beleidigt, wie man zunächst befürchtet.

Treffen mit der Freundin, die man lange nicht gesehen hat, der man aber auch nicht wirklich sooo viel zu sagen hat? Nein! Am Arsch vorbei…

Familientreffen? Am Arsch vorbei! After-Work-Events? Am Arsch vorbei! Umzugshelfer? Am Arsch vorbei! Whatsapp-Gruppen? Am Arsch vorbei!  Ausgediente Hobbys? Am Arsch vorbei. Erbstücke, die uns eigentlich nicht gefallen? Am Arsch vorbei! Kleidung, die zwar teuer war, die uns aber nicht gefällt und wir sie nie anhaben? Am Arsch vorbei! Weg damit!

Außer natürlich ich habe wirklich Lust dazu und Spaß daran.

Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit „Egoismus“ zu tun, sondern einfach mit einem Maß an Selbstbestimmtheit und vorallem Verantwortung sich selbst gegenüber. Unsere Tage sind mit genug Verpflichtungen gespickt, sodass man  meiner Meinung nach in der restlichen Zeit Dinge tun, die man wirklich tun WILL. Das ist alles LEBENSZEIT, die man nicht vergeuden sollte.

Natürlich gibt es immer mal Situationen, in denen die Am-Arsch-vorbei-Einstellung nicht angebracht ist. Wenn ich keine Lust auf Opa Berts Beerdigung habe, sollte ich mich dennoch da sehen lassen. Und auch wenn man keine Lust auf den Actionfilm im Kino hat ist es manchmal gut für den Haussegen und die Beziehung das „aus Liebe“ zu tun, eben weil es dem Partner etwas bedeutet. Aber das muss man wirklich von Fall zu Fall und für sich persönlich entscheiden, wann man das für angebracht hält, oder wann man lieber „in den sauren Apfel beißt“.

Ich würde euch nur ans Herz legen: Tut nicht zu viel aus reinem Pflichtbewusstsein, denn es ist euer Leben, eure Lebenszeit, eure Energie! Haushaltet damit gut. ❤

Endzeitstimmung (Oder: Wie will ich wirklich leben?)

Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf, die Vögel aber singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen Tagesablauf. Nur Du bist fortgegangen. Du bist nun frei, und unsere Tränen wünschen Dir Glück.

Vor zwei Wochen ist nun, 1 1/2 Jahre nach meinem Opa, auch meine Oma nach einer Krankheits-Odysee gestorben. Es war eigentlich ein Glück für sie, denn sie hätte ihr Leben wie sie es kannte und gewollt hätte nicht mehr leben können. Es war eine Erlösung, eine Befreiung und es blieb ihr eine Menge erspart. Deswegen, so blöd es klingt, war die Trauer doch eine andere.

Der Tod eines geliebten Menschen führt einem dennoch immer wieder vor Augen, dass unser Leben endlich ist. Dass wir nicht unendlich viel Zeit haben und schon gar kein zweites Leben im Koffer, dass wir auspacken können, wenn das erste zuende ist oder nicht mehr passt. Es ist nicht so, dass wir einfach so vor uns hin leben können und davon ausgehen, wir können alles auf „Irgendwann“ oder „Später“ verschieben.

Es macht nachdenklich, Das tut man viel zu selten. Wir leben jeden Tag unser Leben und halten uns mit Lapalien auf. Wir arbeiten zu viel, verbringen zu wenig Zeit mit den wirklich schönen Dingen, die uns erfüllen und Spaß machen. Das können wir ja „irgendwann“, in der Rente… Meine Großeltern hatten das Glück, dass sie lange gesund waren und somit lange, gemeinsam, ihre Rente genießen konnten. Sie hatte das Glück die Liebe ihres Lebens an ihrer Seite zu haben, Kinder auf die sie stolz waren. Sie haben viel Träume begraben und waren dennoch immer zufrieden. Sie hatten sich, und sie haben alle Widrigkeiten zusammen gemeistert. 60 Jahre Ehe sind doch eine stolze Zeit und darum beneide ich sie.

Ich bin mir sicher, mittlerweile auch den Mann meines Lebens an meiner Seite zu haben. Den, mit dem ich alt und grau werden möchte und mit dem ich noch unendlich viele Erinnerungen schaffen und in ihnen schwelgen möchte. Ich habe meine Großeltern hier als Vorbild. Ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben hatte, aber ich habe damals nach dem Tod meines Opas mit ihm „gesprochen“ und ihn um nur diese eine Sache gebeten. Nämlich dafür zu sorgen, dass ich exakt diesem Mann an meiner Seite haben darf. Aberglaube hin oder her, ich bin jedenfalls verdammt froh, dass es geklappt hat.

Und so saß ich auf der Beerdigung meiner Oma und habe sie um nur eine Sache gebeten:

Darum, dass ich ihn bis ans Ende meiner Tage an meiner Seite wissen darf und dass sie beide helfen sollen, uns auch mal durch schwierige Zeiten zu führen. Uns immer wieder zur Liebe zurück zu führen und daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist. Die Diamant-Hochzeit werden wir sicherlich nicht schaffen, aber wer weiß…vielleicht dürfen wir irgendwann die Goldene Hochzeit feiern.

Immer wieder auf das wirklich wichtige besinnen ist aber nicht nur die goldene Regel für eine Beziehung oder Ehe, sondern auch für das weitere Leben. Wir jammern sooft wegen unwichtigen Dingen – dem Kilo zuviel, dem zu kleinen Auto oder zu wenig Geld.  Aber ist das wirklich wichtig? Ist es das, was am Ende unserer Tage zählt? Blicken wir auf ein Leben zurück und sagen : „Es war toll, ich hatte einen dicken Porsche und eine Traumfigur! Aber so wirklich glücklich war ich nicht….“

Was am Ende wirklich zählt sind doch die Momente in denen wir zufrieden waren, die Momente in denen wir gelacht und geliebt haben. Abende mit Freunden, die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut, der Blick in die Augen des geliebten Menschen, Tränen lachen bis der Bauch weh tut, ein heißer Kaffee nach einem anstrengenden Tag. Oder etwas größer gedacht: Der Traumurlaub in den Bergen oder am Meer,  ein Konzertbesuch der das Herz berührt hat.

Das alles ist das, was zählt.

Also stellen wir uns die Frage: Lebe ich ein Leben von dem ich am Ende sagen kann „Ich war glücklich“ oder lebe ich ein Leben von dem ich denke, dass es so erwartet wird? Bin ich zufrieden oder könnte ich an der einen oder anderen Schraube etwas ändern? BIN ich so, wie ich wirklich sein möchte, oder bin ich viel zu oft zu verbissen, zu schlecht gelaunt und sehe alles viel zu eng?

Denkt man drüber nach…

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