Programmiersprache (Oder: Alte Muster stehen nicht jedem)

Ich arbeite zwar in einer Softwarefirma, aber das hier wird kein Beitrag über Java, HTML oder sonst etwas, was mit rein technischer Programmierung zu tun hat-  keine Sorge. Es geht mir viel mehr um die programmierten Muster in uns.

Unser Verhalten, unsere Abläufe in alltäglichen Dingen, in Beziehungen. Selbst Gedanken, wenn man so will. Das fängt an bei negativen Gedanken wie „Ich schaffe das nie“, „Ich werde nie glücklich“, „Ich bin zu dick für das Kleid“ wie sie uns sooft schon automatisch in den Sinn kommen. Und das geht weiter bei einem „Gelernten“ Verhalten anderen Menschen gegenüber wie zum Beispiel, dass wir schon genervt  sind wenn die Kollegin nur den Raum betritt ohne, dass sie überhaupt ein Wort gesagt hat.

Zweiteres liegt daran, dass wir eine gewisse Erwartungshaltung haben was im nächsten Moment passieren wird und diesem Geschehen unbewusst vorgreifen. An 7 von 10 Tagen war es so, dass die Kollegin schon morgens schlechte Laune hatte und diese auch verbreitet hat. Also sagt uns unser Unterbewusstsein an Tag 11 gleich „Achtung, da kommt sie, gleich gibts wieder dicke Luft“ und wir stellen uns automatisch und ohne es zu wollen darauf ein und sind selbst schlecht gelaunt. Und natürlich um so erstaunter, wenn die Kollegin genau an dem Morgen bester Laune ist und gerne plaudern will. Huch!

Das kann aber AUCH in der Partnerschaft der Fall sein, und zwar dann, wenn sich bestimmte Verhaltensweisen dem anderen gegenüber ein- oder ausgeschlichen haben. Wenn wir beispielsweise zwar jeden Tag nach der Arbeit fragen wie es dem anderen in der Arbeit erging, aber schon gar nicht mehr wirklich zuhören, nicht mehr nachfragen, weil wir die gleiche Antwort wie immer erwarten. Wenn die morgendliche Verabschiedung in Standardfloskeln versumpft oder die Frage nach der Schlafqualität einsilbig beantwortet wird. Das hat nicht immer etwas mit Desinteresse am Anderen zu tun, sondern vielleicht auch mit der fehlenden Achtsamkeit. Mit der fehlenden Bereitschaft oder Aufmerksamkeit den anderen neu zu sehen und nicht wieder das zu erwarten, was man schon kennt.

Je länger man in so eingefahrenen Bahnen fährt und je länger diese „Muster „sich eingebürgert haben, desto schwieriger ist es da wieder raus zu kommen.

Jetzt ist es natürlich einfach gesagt: „Na dann hinterfragen wir jetzt eben wieder mehr und versuchen dem anderen mehr Aufmerksamkeit zu schenken“. Das ist so ähnlich wie „Du bist depressiv? Dann hör doch auf damit“ oder „Du hast Magersucht? Na dann iss halt was“. Es ist immer leichter gesagt, als getan.

Wie oft habe ich mir schon, egal in welcher Richtung, vorgenommen mich nun anders zu verhalten? Weniger aufregen, weniger über andere schimpfen, mehr lachen, mehr an der frischen Luft bewegen. In der ersten Zeit klappt das ganz gut, weil ich hier wirklich die Aufmerksamkeit darauf lege und bewusst darauf achte. Aber irgendwann schleichen sich die alten Muster langsam wieder ein, denn es sind Automatismen die das Unterbewusstsein abspielt. Und das ist deutlich weniger anstrengend als sich eine neue Gewohnheit einzuprägen bzw. die alte zu überschreiben. Weil das Gewohnte sich vertraut anfühlt, selbst wenn es nicht guttut. Und das Neue Angst macht, selbst wenn es Glück verspricht.

Es erfordert eine Menge Willen, Disziplin, Akzeptanz von Rückschlägen und vor Allem Geduld, ABER ich glaube es IST möglich. Da es aber wirklich viel Anstrengung bedeutet bis es genauso automatisch klappt wie das vorher vielleicht negative Verhalten hierzu, ist es besser sich zunächst auf nur eine Gewohnheit zu konzentrieren. Wenn man von heute auf morgen weniger schimpfen, gesünder essen, mehr lesen und mehr Sport treiben will würde ich sagen, ist der Plan zum Scheitern verurteilt. Oder eben, wenn man wieder offener mit dem Partner sprechen will obwohl man sich vorher (gelernt) versperrt hat, ihn wieder respektvoller behandeln UND aber auch wieder mehr Vertrauen will.

Ich weiß, ich vermische hier einige Themen, die so gar nicht zusammen passen wollen. Das eine sind nahezu reine Verhaltensweisen, beim Thema Verhalten dem Partner gegenüber stecken aber noch Gefühle und vorallem alte Verletzungen dazwischen. Und das macht es nochmal extra schwer, denn wo eine Verletzung steckt, steckt Angst. Und Angst sorgt dafür, dass wir uns aus der Komfortzone, aus der Gewohnheit nur schwer wegbewegen wollen. Lieber akzeptieren wir die Situation und schauen was passiert, statt aktiv zu werden und zu riskieren, dass es wieder weh tut. Aber tun wir uns damit nicht auch weh?

Wenn wir etwas wirklich wollen und sei es ein sportliches Ziel erreichen, die Gesundheit verbessern oder aber unsere Beziehung retten,dann müssen wir versammt noch mal den Hintern hochkriegen und wirklich etwas dafür tun. Ja, es ist anstrengend, ja es gibt Rückschläge, ja vielleicht bringt es am Ende noch nicht mal was, weil wir dennoch nicht alles retten können, dennoch den Lauf nicht gewinnen. Aber immerhin haben wir alles in unserer Macht stehende dafür getan.

Es ist Blödsinn zu sagen „Ich kann das und das nicht ändern“, denn wir haben IMMER die Wahl zu entscheiden wie wir uns verhalten. Zumindest wenn wir nicht sofort reagieren sondern erst kurz innehalten und unser Verhalten reflektieren. Ob in der Beziehung, in Freundschaften, bei der Kollegin oder uns selbst gegenüber. Man kann es LERNEN, wenn man WILL. Daran glaube ich ganz fest. Daran muss ich sogar glauben….

Passgenau (Oder: Die Schuhe der Anderen)

Zu klein, zu groß, zu eng, zu weit…Manches will nicht so recht passen.

Ich rede hier aber nicht von Schuhen, sondern von Ratschlägen, Lebensweisen, Ernährungstrends, Büchern und vielem mehr. Was dem einen gefällt muss für den anderen noch längst nicht passen.

Während für Viele das Joggen eine Möglichkeit ist nach einem stressigen Tag abzuschalten, sich zu entspannen und sie mühelos Kilometer um Kilometer herunterrattern finde ich es einfach schrecklich. Mag es noch so viele positive Effekte haben, ich kann dem nichts abgewinnen. Schon nach wenigen Metern frage ich mich, was ich da eigentlich tue und Besserung war nie in Sicht. Und doch, immer wieder versuche ich es – und sei es noch so langsam

Ein Buch muss zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Situation kommen

Nämlich genau dann, wenn man empfänglich ist für das entsprechende Thema. Und ich glaube, dass das oft auch „schicksalshaft“ passiert und einem manche Bücher genau dann erreichen, wenn man sie grade braucht.

Bestes Beispiel hierfür war das Buch „Das Café am Rande der Welt“  das ich schon immer mal wieder im Blick aber nie gekauft hatte. Und als es grade thematisch bei mir passte und ich entsprechend offen war fiel es mir wieder auf die Füße. Nicht wörtlich in dem Fall, obwohl ich hiervon auch schon gelesen habe.

Weil es genau zur richtigen Zeit zum richtigen Thema kam habe ich es verschlungen und meine entsprechenden Rückschlüsse daraus ziehen können. Hätte ich es vorher gelesen hätte es mich vielleicht gar nicht so gepackt. Oft ist es dann ja, wenn man diese Bücher später nochmal liest, dass man sich fragt was einen damals so berührt hat. Das Buch ist zwischenzeitlich nicht schlechter geworden, sondern wir grade nur nicht empfänglich. Beziehungsweise könnte man auch sagen, dass man dieses Thema aktuell eben nicht „braucht“.

Für alles gibt es seine Zeit – und die entsprechenden Abnehmer

Das gilt im Zusammenhang mit Ernährungsweisen beispielsweise sogar wortwörtlich. Nicht für jeden passt jeder Weg abzunehmen oder sich zu ernähren. Während die einen die Low-Carb-Typen sind, „verhungert“ ein anderer beim Verzicht auf Kohlenhydrate (oder fühlt sich zumindest so). Während beispielsweise eine vegetarische Ernährung eine Weile völlig in Ordnung und passend und richtig ist, bedeutet es längst nicht, dass man ein schlechterer Mensch ist wenn man einige Monate später wieder herzhaft in ein Steak beißt.

Wenn ich mir überlege was ich schon alles durchprobiert habe…: Vegetarisch, Vegan, LCHF, Rohköstlich, Smoothie-lastig, Paleo, zuckerfrei und und und…..

Ich finde es total spannend und probiere super gerne verschiedene Konzepte aus,und wenns passt, wird es eben länger gemacht. Und wenn es zu umständlich ist oder sich nicht gut anfühlt, dann eben nicht. Denn was nützt es mir, wenn Ernährungsweise X zwar als total gesund gehyped wird, ich mich aber nicht gut fühle und es mir nicht in Fleisch und Blut übergehen will. Eine Umstellung soll ja schließlich keine VERstellung sein. Klar wird eine Veränderung von Gewonheiten immer einen gewissen „Aufwand“ udn etwas „Arbeit“ bedeuten, aber nach einigen Wochen sollte es leicht und praktikabel sein ohne dass es sich nach Verzicht und Qual anfühlt.

Die Freiheit zur Freiheit sollte man sich auch beim Sport gönnen. Gut ist, was Spaß macht! Und auch das kann sich verändern. Passt es eine Weile ins Studio zu gehen, kann es nach einigen Monaten „Langweilig“ sein und man legt den Fokus auf beispielsweise Body-Weight-Training Zuhause. Oder man geht Laufen…oder Schwimmen….Hauptsache es macht SPASS! Denn wenn es Spaß macht muss man sich weniger überwinden und die Umstellung wird zur Gewohnheit.

Kurz: Was nicht passt, wird passend gemacht 🙂

Reisekrank (Oder: Kein Tag am See)

Huch, was ist denn das? Mir ist ein wenig schwindelig und ich merke wie mein Magen beginnt zu rumoren. Das kenne ich doch… Mein Herz schlägt, der Kopf beginnt zu arbeiten…Ist das nun ein „normaler“ Schwindelanfall und ein angeschlagener Magen auf Grund einer kleinen Verstimmung und der Hitze? Oder ist das mein „alter Freund“, die Angst?

Vor Jahren, wirklich vielen Jahren, hatte mich die Angst im Griff, fesselte mich mit Magen-Darm-Problemen zuhause und machte jegliche Unternehmung zum spannenden Unterfangen: Kommt die Angst und damit die Bauchschmerzen oder kann ich den Abend genießen? Oft musste ich nach Hause fahren (oder abgeholt werden) weil mein Magen mir einen Strich durch die Rechnung machte. Wenn ich überhaupt auf die Feiern ging. Ohne meine Bachblüten bin ich erst gar nicht aus dem Haus gegangen. Es lief immer ähnlich ab: Mein Herz begann zu rasen, mir wurde schwindelig…eine Panikattacke, die sofort auf den Magen schlug. Ich hatte das Gefühl zu sterben, umzukippen. Ich hatte das Gefühl, dass es mir den Boden unter den Füßen wegzieht.

Das Schlimmste war immer die Angst vor der Angst. Angst, dass eine Attacke kommt. Angst, dass sie schlimmer wird wie bisher. Diese Angst vor der Angst bescherte mir die Magenprobleme.

Die Angst hatte mich fast ein Jahr im Griff bis ich sie wieder im Griff hatte. So manches Mal hatte ich auf dem Weg bis dahin den Gedanken, ob ich es jemals da „Raus“ schaffen werde und ob mein Leben so einen Sinn macht. Ich war nicht in Behandlung, jedenfalls nicht bei einem Psychologen, sondern habe mich mit Büchern und den entsprechenden Techniken und viel Willen da rausgekämpft. Ich wusste, würde die Angst zurückkommen, würde ich diesmal wissen was zu tun ist.

Das ist wie gesagt Jahre her. Ein paarmal hatte ich bis heute eine kleine Panikattacke, nicht schlimm, auszuhalten. Was allerdings geblieben ist, ist meine „Reisekrankheit“.

Ich glaube ich bin der Einzige Mensch der ungern verreist. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne andere Städte und andere Länder besuchen würde. Es ist nur, dass ich „Angst“ davor habe, dass mein Magen wieder spinnt. Ich hatte das einmal im Italienurlaub als ich mit einer Freundin eine Stadtbesichtigung gemacht habe und nur von Toilette zu Toilette gerannt bin und mein Kreislauf ebenfalls im Keller war. Das beginnt schon auf der Hinfahrt bzw. dem Hinflug wo ich denke, was ist, wenn ich Durchfall bekomme. Und es geht an jedem einzelnen Tag im Urlaub weiter wo ich darüber nachdenke was ist, wenn ich das Frühstück, das Mittagessen etc nicht vertrage…Jedoch, wenn ich nichts essen würde, hätte ich Sorge wegen Schwindel- und Kreislaufproblemen.

Ich fühle mich unsicher, vorallem wenn wir länger weg sind. Ganz schlimm, wenn ich nicht selbst bestimmen kann, wann ich nach Hause kann (z.B. als wir weggeflogen sind). Es ist nicht so, dass ich mich die Ganze Zeit damit beschäftige, aber ich höre sehr aufmerksam auf meinen Magen und meinen Körper. Und wer weiß, vielleicht beschwöre ich einiges damit herauf. Sicher sogar. Daher versuche ich die Gedanken zu verdrängen.

Was aber noch viel schlimmer ist ist, dass ich den Urlaub nur halb genießen kann. Ich bin in Gedanken beim Tag der Heimreise. Dem Tag, an dem ich zurück in meinen „gesicherten Raum“ zurück kann. Dorthin, wo ich mich sicher fühle und wo mich eine Magenverstimmung weniger „beeindruckt“. Es geht sogar noch einigermaßen im Hotel, denn dort ist auch eine Toilette in greifbarer Nähe, für den Fall, DASS… Es ist total irrational und von Außen nicht zu verstehen. Ich fühle mich erst wieder „sicher“, wenn wir im Auto auf dem Nachhauseweg sitzen. Ich wünschte wirklich, es wäre anders. Ich würde mich auf den Urlaub freuen, nicht auf den Heimweg. Ich würde jeden Moment genießen können, statt nur die Meisten.

Ich hoffe, dass ich das auch weg bekomme…in den Griff kriege…Hoffe, dass ich irgendwann unbeschwert Ausflüge machen, in Urlaub fahren kann ohne einen Gedanken an das „was wäre wenn“ zu verschwenden. Dass ich die Zeit genießen kann, mich auf den Urlaub freue und gern wegfahre.

„Fange an, diesen Moment zu leben und du wirst sehen – je mehr du lebst, desto weniger Probleme wird es geben.“ (Osho)

Denk-Mal (Oder: Weniger ist mehr)

Du hast es in Der Hand, Du hast ein Anrecht auf Wunder

Gedanken über Gedanken wirbeln Tag für Tag durch unsere Köpfe. Einige Schöne und doch, zugegeben, Meistens negative. Über das Wetter, über die Kollegin, über uns, über unseren Kontostand, darüber, dass so viel Schlimmes in der Welt passiert. Über die Kunden, über die Krankheit, über die Mutter, unsere Haare, unsere Haut, unser Verhalten. Über unseren Partner, die Angst ihn zu verlieren. Über den Kollegen, der sich wieder mal profiliert.

Sehr beliebt, und so geht es mir momentan auch gerne, sind Gedanken über die Zukunft. Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Will ich ewig in dem Beruf arbeiten, was kann ich anderes machen, hätte ich anders machen sollen? Will ich heiraten und wenn ja wann (und wen, lach) oder lieber doch nicht, weil man sich eh scheiden lässt.

Will ich mir nochmal ein eigenes Pferd zulegen oder ist das alles nur eine Erfindung des EGOs sagen zu können „Das ist meins“? Reicht es nicht sich als Reitbeteiligung um die Pferde zu kümmern und somit nicht das Risiko von Krankheiten und explodierenden Kosten zu tragen? Wird mein Partner mich betrügen? Werden wir uns trennen? Werde ich auf Dauer so glücklich wie ich aktuell lebe oder sollte ich etwas ändern? Und wenn ja, was?

Kennt ihr das? Im Grunde führen die Meisten dieser Gedanken erstmal zu nichts, außer zu Unsicherheit und schlechter Laune.

Und im Grunde ist die Basis all dessen: Angst!

Angst davor verlassen zu werden. Angst davor nicht akzeptiert und so angenommen zu werden wie wir sind. Angst davor Fehler zu machen. Aber auch viel Angst vor Dingen, die so niemals passieren werden wie wir sie uns ausdenken.

Die Angst ist eine weitere „tolle“ Erfindung von unserem EGO, denn das ist stets bemüht uns im Status Quo gefangen zu halten. Bloß kein Risiko, bloß nicht weiterentwickeln. Nicht, dass wir ihm am Ende noch seine Macht nehmen. Es kann ja so furchtbar viel passieren.

Und vor lauter Angst verändern wir dann gar nichts, wagen nichts…damit können wir schonmal nicht scheitern.

Das EGO ist eine kleine, manchmal auch größere, Stimme in unserem Unterbewusstsein. Manchmal auch in Form von Menschen um uns herum, die uns ebenfalls einreden wollen wir könnten etwas nicht, es wäre zu riskant.

Einer dieser Gedanken, die ich auch oft habe ist bei der Überlegung „Job“. Damals hätte ich ganz gerne eine Ausbildung zur Pferdeosteopathin gemacht, jedoch waren hier zum einen die Kosten zu hoch, zum anderen hätte ich noch diverse Reitabzeichen machen müssen.

Die Jahre vergingen, immer wieder kam die Überlegung auf, dass ich doch eigentlich lieber etwas anderes arbeiten würde – nur was. Vor Kurzem kam mir das Thema wieder in den Sinn und sogleich hat sich das EGO bemerkbar gemacht: „Wer sagt, dass du dann auch erfolgreich bist? Du gibts eine Menge Geld für eine Ausbildung aus und am Ende kommt das gar nicht mehr rein. Es gibt soviele Osteopathen, wieso sollten sie dich nehmen? Hättest du gleich mal eine Ausbildung in der Richtung gemacht hättest du darauf aufbauen können – nur diese Ausbildung hilft dir gar nichts“ und und und…schon verrückt was das EGO alles auf Lager hat.

Passend zum Thema „Angst“ und „EGO“ fiel mir übrigens kürzlich das Buch „Sieben kleine Worte“ von Debra Landwehr in die Hände, das sich genau hiermit beschäftigt.

Bitte heile meine auf Angst basierten Gedanken

Das ist der Schlüsselsatz aus dem Buch, der das Leben leichter machen soll. Mit dem Hinweis, dass man diese Ängste nicht durch das Bewusstsein heilen kann weil sie genau dadurch entstehen gibt man die „Lösung“ an eine höhere Instanz. Ob das nun Gott ist, das Universum oder einfach eine Energie ist jedem selbst überlassen.

Im Grunde hat das auch wieder „nur“ etwas mit „Loslassen“ zu tun. Vertrauen, loslassen, geschehenlassen.  Und irgendwie fühlt man sich auch gleich leichter. Sei es, weil man die negative Gedankenspirale unterbricht und sich auf das HIER und JETZT konzentriert oder weil man seine „Sorgen“ wirklich in dem Sinne abgibt. Es ist so etwas wie positiv Denken für Einsteiger.

Wie sagt man so schön: Wenn man seine Gedanken ändert, ändert sich das Umfeld. Die negativen Einflüsse und „Ärgernisse“ sollen sich in Luft auflösen, weil der Fokus darauf verschwindet.  Und grade das mit dem Fokus ist ja so eine Sache: Beispielsweise sieht man überall Automarke X wenn man sich thematisch mit dem Autokauf beschäftigt. Oder man sieht lauter Schwangere, wenn man selber ein Kind plant oder den Kinderwunsch hegt. Es gibt weder plötzlich mehr Autos der Marke X noch mehr Mütter. Lediglich unsere Aufmerksamkeit hat sich dahingehend geändert.

Fazit: Weniger ist mehr

Weniger ist mehr! Das gilt auch für negative Gedanken und Angst. Um auf das ursprüngliche Thema zurück zu kommen sei festgehalten, dass es wirklich „heftig“ ist wieviele Gedanken angstgesteuert sind, wenn man erstmal darüber nachdenkt. Und weil das Gegenteil von Angst Liebe und somit Freiheit ist lebt es sich wesentlich leichter, wenn man diese angstbasierten Gedanken loslässt. Ob mit dem „Gebet“ oder mit einem inneren Stoppschild – ganz egal.

 

Regel-Konform (Oder: Das Leben nach der Pille)

Ein einfacher Satz hat im ersten Augenblick für Ensetzen gesorgt: „Ich möchte die Pille absetzen“. Bamm… Vorallem wenn man weiß, dass ich absolut kein Kind haben möchte – weder jetzt noch in naher oder entfernter Zukunft.

Wie es dazu kam?

Nun ja, ich nehme die Pille seit meinem 15. Lebensjahr, sprich aktuell bereis 17 Jahre lang.  Bisher habe ich mir keine großen Gedanken gemacht ob das nun gut ist so lange Hormone zu nehmen. Zwar hab ich immer wieder Beiträge gelesen in denen Frauen darüber berichten, dass und weshalb sie mit der Pille aufgehört haben und was das mit ihnen gemacht hat, jedoch war das Thema für mich „weit weg“.

Erst als meine Periode immer unregelmäßiger wurde und schließlich fast komplett verschwand dachte ich mir „Jetzt reicht´s! Das kann es nicht sein“ und beschäftigte mich intensiver damit.

Nebenwirkungen der Pille

Wer nach Nebenwirkungen der Pille googelt wird schnell fündigt

  • Zwischenblutungen
  • nachlassende sexuelle Lust
  • Thrombosen
  • Krebs
  • Migräne
  • Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Magenschmerzen
  • etc.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Natürlich, und dafür habe ich sie auch lange Zeit „benutzt“ verbessert sie oft das Hautbild enorm. Deswegen klagen so viele Frauen nach dem Absetzen auch über ein schlechtes Hautbild, das sich erst nach mehreren Monaten wieder reguliert. Genau davor habe ich ehrlichgesagt auch Angst. Ich hatte nie Akne, aber ohne Pille eine schlechte Haut und ich erinnere mich noch gut an eine Phase über einige Monate in denen ich RICHTIG viele Pickel hatte und so gar nichts helfen wollte.

Das wäre ein wirkliches Horrorszenario, wenn das Absetzen der Pille genau das wieder ans Tageslicht fördert. Dennoch ist die Hoffnung, dass meine Symptome der Infektanfälligkeit, Müdigkeit und vorallem die Zwischenblutungen und unregelmäßige Periode sich durch das Absetzen bessern oder regulieren größer als die Angst vor den Pickeln.

Erste Erfahrungen – 6 Wochen „Danach“

Wundersame Dinge passieren mit meinem Körper und ich erfahre völlig neue Gefühle. Besser gesagt fange ich endlich an meinen Körper und was damit während des Zyklus passiert zu spüren. Ich nehme den Eisprung wahr, das leichte Ziehen, kann sogar spüren welcher Eistock aktiv ist. Dinge, die ich bisher nie wahrgenommen habe, weil die Pille das alles „Unterdrückt“ hat. Sehr zum Leidwesen meiner Kollegen und meines Freundes merke ich allerdings auch die Stimmungsschwankungen vor der Periode, das gefürchtete PMS, stärker als sonst. Das Wort „Zickig“ und „Anstrengend“ passt in der Zeit leider wie die Faust aufs Auge.

A pro pros Periode: Nach Absetzen der Pille kann es einige Monate dauern, bis die Periode regelmäßig oder überhaupt wieder einsetzt, weil der Körper seine Aufgabe erst wieder lernen muss. Nach der Abbruchblutung nach Absetzen hatte ich gleich nach zwei Wochen wieder meine Regel. Dafür, dass ich vorher monatelang keine wirkliche Blutung hatte war ich davon sogar relativ begeistert.

Damit sich auch das wieder einpendelt suche ich mir Unterstützung in der Natur: Mönchspfeffer soll bei PMS und bei unregelmäßiger Periode Abhilfe schaffen. Um das zu beobachten setze ich auf eine App – CLUE in meinem Fall. Hier kann ich zahlreiche Dinge wie Zervixkonsistenz, Appetit, Schlaf, Energie, Blutung und vieles vieles mehr eintragen. Die App sagt mir wann ich „PMS–gefährdet“ bin und dass in wenigen Tagen meine Periode beginnt. Über die Zeit entwickelt die App eine Logik und „lernt“ angeblich meinen eigenen Zyklus. Da ich sie erst seit Kurzem verwende kann ich dazu noch nicht viel sagen.

Und als ob mein Körper die Meldungen der App verstehen würde waren sowohl Eisprung als auch die beginnende Periode ziemlich genau wie in der App angekündigt. Ob das nun durch den Mönchspfeffer begünstigt wurde, oder ohnehin so passiert wäre, weiß ich natürlich nicht.

Und was macht die Haut? Der geht es besser als befürchtet. Zwar ist sie unregelmäßiger geworden und der eine oder andere Pickel, oder auch ein paar mehr spriesen, aber alles im Rahmen, so dass ich mich noch gut auf die Straße trauen kann 😉 Ich hoffe, dass das so bleibt, denn ich habe von anderen Mädels gelesen, dass der Horror erst nach einigen  Monaten beginnt.

Ich hatte gehofft, dass ich, wie einige berichtet haben, auch auf wundersame Weise einige Kilos verliere – das war bisher aber leider nicht der Fall. Auch bezüglich Müdigkeit und einem besseren Immunsystem  kann ich keine Erfolge vermelden. Allerdings kann man nach wenigen Wochen natürlich auch keine Wunder erwarten.

Ich bin froh, dass ich diesen Schritt weg von künstlichen Hormonen hin zu einem natürlicheren Körpergefühl gegangen bin. Ich bin gespannt was sich in der nächsten Zeit noch verbessert, verändert und was ich noch wahrnehmen kann. Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen – natürlich mit der entsprechenden alternativen Verhütung statt der Pille. Ich überlege, mir die Kupferkette einsetzen zu lassen, da eine Freundin hier auch gute Erfahrungen gemacht hat. Aber das wäre ein neues Blogpost-Thema 🙂

Aber: Ich bin kein Arzt und berichte in diesem Artikel nur aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz. Im Zweifelsfall solltest du dich immer ärztlich beraten lassen, wenn du körperliche Veränderungen und Probleme feststellst, statt dich ausschließlich auf Online-Quellen zu verlassen.

Testbild (Oder: Das Leben ist kein SPIEL)

Ich würde manchmal gerne das Leben kurz zwischenspeichern und dann eine Weile das probieren, das ich mich ohne das Speichern nicht traue. Weil ich nicht weiß was passiert.

Und, weil ich Angst habe, dass ich das was ich tue bereuen könnte. Was wäre wenn?
Was wäre, wenn ich meinen Job kündige und etwas komplett anderes mache? Was wäre, wenn ich mir das Pferd kaufe? Was wäre, wenn ich mich von meinem Freund trenne und nochmal ganz neu mit jemand anderem anfange? Was wäre, wenn ich mir das teure Auto kaufe? Was, wenn? Was wäre?

Und was wäre, wenn ich dann einfach die Zeit zurückdrehen könnte um da weiter zu machen bevor ich das „was wenn“ probiert habe? Wüsste ich dann, was passiert ist oder würde ich mich weiterhin fragen „was wenn“? Oder hätte ich beispielsweise ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Partner, weil ich ihn in Frage gestellt hatte und nur wieder da wäre, weil das andere doch keine Option war?   Würde ich das aktuelle mehr genießen können weil ich weiß, dass der aktuelle Zustand besser ist? Würde ich ein neues „Was wenn“ finden und probieren? Würde ich meine ganze Lebenszeit mit probieren vergeuden ohne den Moment zu genießen? Würde ich nur noch „Optionen“ suchen statt einfach zu leben?

Ist es vielleicht besser nicht immer zu hinterfragen, zu überlegen was wäre wenn? Oder muss man manchmal einfach probieren, mit dem Wissen, dass es nie wieder so sein wird wie vorher? Muss man das dann unter „Lektion“ verbuchen? Oder bleibt man besser da wo man ist mit dem was man hat und wie man ist vor lauter Angst, einen Fehler zu machen? Bleibt man immer „Okay“, statt glücklich zu werden aus Angst sich ins Unglück zu stürzen? Gelähmt, betäubt, aber nie beflügelt. Immer fragend, grübelnd, zweifelnd….

Was wäre wenn? Was, wenn das noch nicht alles war?

1001 Möglichkeiten (Oder: Weil´s eh anders komm)

Was ist wenn? Das beschäftigt mich schon seit Tagen. Was mache ich wenn….Was wird aus….Aber wenn doch… lassen mich Nachts schlecht schlafen.

Ein unbehagliches Bauchgefühl paar sich mit der Ungewissheit der Zukunft.

Wer hatte das nicht schon auch einmal?

Man beschäftigt sich mit einem Problem, mit einer Möglichkeit in der Zukunft. Mit einem ungewissen Ausgang einer Situation. Man spielt 1000 Möglichkeiten durch…und am Ende wird des die 1001te und es kommt sowieso anders als gedacht. Als geplant.

Du kannst noch so viele Pläne schmieden, das Leben überrascht dich am Ende doch mit etwas völlig anderem.

Zu sagen „Lass es einfach auf dich zu kommen und mach dir nicht so viele Gedanken!“ ist natürlich immer leichter gesagt als getan, hängt doch oft Vieles davon ab.

Dennoch finde ich es spannend, wie es oft kommt. Mache ich mir grade noch Gedanken darüber ob ich mir ein Pferd zum reiten suchen soll bis der Kleine so weit ist und wenn ja wo, schon bietet mir meine Freundin an ab und an ihr Pferd zu reiten.

Die Dinge entwickeln sich so, wie sie sollen. Was hilft das Ganze Planen. Natürlich, planlos durch die Welt zu gehen ist auch keine Lösung. Nur sollte man sich nicht zu sehr an diese Pläne klammern und genug Flexibilität mit einplanen, dass es am Ende vielleicht doch völlig anders aussieht als erwartet UND vielleicht auch gut so ist.

Nichts passiert ohne Grund. Alles kommt wie es soll…und so weiter.

Manchmal tut die Erkenntnis weh. Nämlich dann, wenn der Plan ein Traum war und dieser wie eine Seifenplase zerplatzt. Dann einzusehen, dass es wohl besser ist ist nicht immer ganz einfach. Aber die Erkenntnis kommt – wenn auch manchmal etwas später.

Aber am Ende wird alles gut…und wenn es noch nicht gut ist, ist es längst noch nicht das Ende ❤